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Nach so vielen Jahren könnte man annehmen, dass die Planungen nur noch Routinesache sind. Für die Freizeiten im ehemaligen Jugoslawien trifft das auch weitgehend zu. Alma Dzinic-Trutovic aus Tuzla koordiniert die Gruppen seit 1997. Das Team der BetreuerInnen aus den drei Teilen Bos- niens, aus Kroatien und Serbien arbeitet seit Jahren bei zwei großen Frei- zeiten mit fast 200 Jugendlichen zusammen und entwickelt das Konzept weiter. Dabei werden die selbst organisierten, gemeinsamen Aktionen nach den Freizeiten am Meer immer wichtiger. Insgesamt haben seit Beginn unserer Aktion mehr als 20.000 TeilnehmerInnen aus dem ehemaligen Jugoslawien zwei Wochen lang erlebt, wie in den friedenspolitischen Workshops und bei Freizeitaktivitäten sich die indoktrinierten Feindbilder verflüssigen und schließlich wie Seifenblasen zerplatzen. Diese Nachricht hat sich wellenförmig verbreitet und den Boden bereitet für den öffentli- chen Erfolg, den eine Friedensbotschaft der „Ferien vom Krieg“ im Som- mer 2012 bei youtube mit 70.000 Aufrufen hatte. Brigitte Klaß dokumen- tiert die Diskussion im Internet vor dem Hintergrund der sich zuspitzen- den, krisenhaften politischen Situation in fast allen Teilen des ehemaligen Jugoslawien.

Birgit Hogefeld fuhr mit einer kleineren Gruppe albanischer, serbischer und Roma-Jugendlichen aus dem Kosovo nach Montenegro ans Meer. Die Annäherung der Gruppen war schwierig, nicht nur wegen der wechselsei- tigen Vorurteile, sondern auch wegen pädagogischer Über-Fürsorge (over- protecting). Die Betreuer hielten ihre „Schäfchen“ lieber ängstlich bei- sammen, als ihre Neugier zu fördern.

Die Planung der Begegnungen von jungen Menschen aus Israel und Palästina ist weiterhin schwierig. Weiterlesen